Nach der Haartransplantation: Was darf ich erwarten, ab wann wachsen die neuen Haare?

Ungefähr 1-2 Tage nach einer Haartransplantation (Eigenhaarverpflanzung) entstehen schmerzlose, jedoch unschöne Schwellungen, welche sich auch im Gesicht durch ein verquollenes Erscheinungsbild abzeichnen und insgesamt für ein Unwohlsein sorgen.

Etwa 5 Tage nach dem Eingriff sind die Schwellungen insofern abgeklungen, dass auch von Dritten nichts Ungewöhnliches mehr wahrgenommen wird (in einzelnen Fällen dauert dies auch bis zu 3 Wochen).

An den behandelten Stellen entstehen nach der Haartransplantation Krusten, die sich jedoch nach ungefähr 10 Tagen lösen. Viele Patienten planen daher für diese Zeitspanne Urlaub ein und kommen in aller Regel mit 2 Wochen aus. Nach Abfallen der Krusten zeigt sich die Kopfhaut rosa bis rot, man kennt es von anderen verheilten Wunden. Bis sich die Haut farblich an die restliche Kopfhaut angepasst hat, kann es mitunter und individuell bis zu 2-3 Monaten dauern. Abhilfe kann ein kosmetischer Abdeckstift schaffen, der in Apotheken und Drogeriemärkten in vielen Hautfarben angeboten wird.

Wurde die Haartransplantation mittels der Streifenmethode durchgeführt (FUT Haartransplantation), können die Fäden nach etwa 14 Tagen entfernt werden (bei der FUE Haartransplantation entfällt ein Fädenziehen). Sie brauchen jedoch nicht etwa nochmal eine lange Anreise in Kauf nehmen, sondern können die Fäden ebenso bei Ihrem Hausarzt oder Hautarzt entfernen lassen.

Im Zeitraum von 2-6 Wochen nach einer Haartransplantation fallen die transplantierten Haare wieder aus. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge: Die transplantierten Haare erleiden im Zuge der Behandlung einen Sauerstoffmangel, fallen in eine Ruhephase und stoßen die Haare ab.

3-5 Monate nach dem Eingriff beginnen die ersten Haarwurzeln wieder mit dem Entwickeln neuer Haare – nach und nach und auch unterschiedlich schnell, je nach Patient verschieden ausgeprägt. Auch können sich unter Umständen kleine Pickelchen zeigen, welche dadurch entstehen, dass sich ein neuer Haarschaft seinen Weg nach außen bahnt.

Nach und nach wird der Schopf in den Monaten 6-10 nach einer Haartransplantation immer dichter und voller erscheinen. Selbst in Monat 11 können oft noch gravierende positive Veränderungen ausgemacht werden, bis man dann in Monat 12 vom endgültigen Ergebnis ausgeht.

Es gibt natürlich – wie überall – auch hier zuweilen besondere Ausnahmen. So gab es Fälle, bei denen sich erst nach 6-8 Monaten erheblicher Neuwuchs zeigte, aber auch Patienten, die bereits nach 3-5 Monaten einen bemerkenswerten Zuwachs an Haaren und somit eine erstaunliche optische Aufwertung ausmachen konnten. Diese Fälle bilden zwar die absolute Ausnahmen, sollen jedoch trotzdem nicht unerwähnt bleiben.

12 Monate nach einer Haartransplantation (Eigenhaarverpflanzung) sollten in jedem Falle alle verpflanzten, neuen Haare wachsen, so dass man nach 12 Monaten vom Endresultat sprechen kann. Abgesehen von der Anwuchsrate können jedoch hinsichtlich der Optik auch nach den 12 Monaten bis hin zu 18 Monaten nach dem Eingriff oftmals noch deutliche Veränderungen erreicht werden. Da sich vereinzelte Haare zunächst recht fein und filigran zeigen, können diese im Laufe der Zeit an „Stärke/Dicke“ gewinnen und dadurch eine beeindruckende, positive Veränderung hinsichtlich des Haarvolumens ausmachen.

Durch eine Haartransplantation „umgesetzte“ Haare wachsen im Normalfalle ein Leben lang weiter. Mit Ihren „neuen Haaren“ dürfen Sie gerne verfahren, wie Sie es zuvor gewohnt waren. Ob Shampoo oder andere Pflegemittel, ob Haarspray oder Gel – frisieren und stylen Sie sich ohne Sorge ganz nach Lust und Laune! Sie benötigen keine speziellen Pflegemittel zu Ihrer Versorgung.