• Haartransplantation mit fliegenden Ärzten: Die Risiken des zunehmenden Trends in Ländern wie Deutschland

    Viele Kliniken bedienen sich bereits seit Jahrzehnten der Möglichkeit, externe Ärzte im Falle eines personellen Engpasses oder für beispielsweise spezielle Behandlungen hinzu zu ziehen. Wirtschaftlich gesehen ist dies bei nicht dauerhaftem Bedarf sicherlich von Vorteil für die Kliniken. Im Bereich Schönheitsoperationen, und hierbei im Besonderen bei Haartransplantationen, zeichnet sich jedoch in Ländern wie Deutschland ein Trend ab, der in jeder Hinsicht Anlass zur Sorge gibt: Nicht nur Ärzte werden eingeflogen, sondern mit ihnen ganze OP-Teams, die i.d.R. aus der Türkei stammen.

    Die Branche Haartransplantationen hatte in jüngster Zeit sehr zu kämpfen. Auch namhafte Spezialisten mussten einen teils drastischen Einbruch an Anfragen hinnehmen, da einige Länder immer wieder von Anschlägen und Unruhen betroffen waren. Interessenten waren verständlicherweise verunsichert, mochten nicht mehr in die betreffenden Länder reisen zur Haarverpflanzung und legten den Fokus im Sinne der eigenen Sicherheit zunächst auf Anbieter, die sich in bis dato noch relativ sicheren Ländern befinden. Gleichzeitig zeichnete sich ein deutlich gesteigertes Interesse an einem Anbieter für Haartransplantationen in Deutschland ab. Waren bis dato kaum Empfehlungen für Anbieter aus Deutschland zu finden oder anhand von dokumentierten Patientenfällen im Internet abzuleiten, wussten einige Anbieter diese „Marktlücke“ für sich zu nutzen und lassen unterdessen ganze OP-Teams einfliegen, um diesen regelrechten Deutschland-Hype bedienen zu können.

    Was dem Interessenten zunächst vielleicht als durchaus legitim und unproblematisch erscheinen mag, kann sich im Falle von Beanstandungen oder nicht zufriedenstellendem Resultat jedoch schnell als falsche Entscheidung erweisen. Was erfährt man über das OP-Team im Internet? Wie äußert sich der Anbieter in einschlägigen Foren dazu? Schnell werden einige wichtige Kriterien vergessen, wenn Anbieter ihre besten Resultate im Internet präsentieren. Es überzeugen vielfach schon alleine die Parameter „Haartransplantation findet in Deutschland statt“ und „günstig“. Dies zusammen mit den besten Resultaten in Wort und Bild ergibt ein schlüssiges Bild für viele und besonders für junge Interessenten. Häufig läuft es darauf hinaus: Auf der einen Seite geht die Marketingstrategie auf – und auf der anderen Seite bleiben kaum noch Fragen offen, man entscheidet sich oftmals (vor-)schnell zu einer Buchung.

    An dieser Stelle möchte ich/Hairforlife einige wichtige Parameter zu bedenken und mit auf den Weg geben. Durch gründliches Recherchen, viel Zeit für gewissenhafte Vorbereitungen einplanen und Hinterfragen aller wichtigen Parameter lassen sich die Risiken für Interessenten erheblich minimieren:

    •  Was finde ich außerhalb der Klinik- oder Firmen-Webseite im Internet über diesen Anbieter?
    •  Wie lange besteht diese Klinik oder Firma (bei Vermittlungsagenturen)?
    •  Welche Meinungen überwiegen im Internet? (Insbesondere in einschlägigen Internet-Foren, welche Haartransplantationen thematisieren)
    •  Wie wird das „OP-Team“ öffentlich beschreiben?
    •  Welche Ärzte oder ggf. auch explizit Haarchirurgen operieren?
    •  Sind die Ärzte ständige Mitglieder in diesen Teams – oder wechselt die Belegschaft häufig?
    •  Ich möchte den Namen meines Behandlers erfahren, bevor ich die Haartransplantation buche. Bekomme ich eine Auskunft? (Sehr wichtiger Aspekt! Jeder potenzielle neue Patient sollte Gelegenheit haben, vor der Buchung Recherchen über den ausführenden Arzt anstellen zu können!)
    •  Bekomme ich die Behandlung bei exakt diesem mir genannten Arzt schriftlich bescheinigt?
    •  Welche Methode wird zur Graft-Entnahme angewendet? Bei Mikromotor-Entnahme: Welches Gerät und welche Instrumente werden verwendet?
    •  Ich möchte erfahren, welche Erfahrungen mein behandelnder Arzt mit Haartransplantationen vorweisen und welche Fähigkeiten er im Umgang mit besagtem Mikromotor-Entnahmegerät belegen kann!
    •  Welche Tätigkeiten werden an andere und nichtärztliche Team-Mitglieder delegiert?
    •  Welche Erfahrungen können diese Mitarbeiter/-innen belegen?
    •  Wo finde ich dokumentierte Patientenfälle im Internet, die von den Patienten selber angelegt und regelmäßig bis hin zum Endresultat aktualisiert wurden?
    •  Wie und auf welchen Portalen präsentiert sich der Anbieter (selber oder mittels eines Repräsentanten)?
    •  Finde ich lediglich eine Vermittlungsagentur, die auf einschlägigen Portalen durch deutliche Präsenz werbewirksam teilnimmt und womöglich auch Akquise betreibt?
    •  Oder finde ich womöglich sogenannte „Eintagsfliegen“, die sich auf diesen Portalen anmelden, sich wiederholt deutlich für den Anbieter aussprechen, aber weder einen eigenen Fall dokumentieren, noch längerfristig Mitglied sind und bleiben?
    •  Und letztlich: Sind die angebotenen Preise realistisch für eine qualitativ hochwertige Haartransplantation – im Vergleich zu renommierten, bekannten und empfohlenen Anbietern? Bedenken Sie dabei: Niemand hat etwas zu verschenken, insbesondere die sogenannte „Low Budget Branche“ orientiert sich an Massenabfertigungen und umsatzstarken Zielgruppen.

    Anzahl der Anfragen von Kunden/Patienten aus Deutschland bezüglich Repair-Behandlungen nach misslungener/verpfuschter Haartransplantation haben deutlich zugenommen

    Wer die eigene Haartransplantation so risikoarm wie möglich planen möchte, sollte sich möglichst viel Zeit für Recherche und Vorbereitungen einräumen. Aber leider zeigt die Erfahrung, dass sich viele Interessenten nicht die Mühe machen möchten, größtmögliche Transparenz in Bezug auf die bevorstehende Haartransplantation zu erhalten. Die Anzahl der Anfragen bezüglich Repair-Behandlung nach misslungener/verpfuschter/missglückter Haartransplantation bei einem der renommierten Hairforlife-Kooperationspartner hat deutlich zugenommen. Je mehr Anbieter mit vermeintlichen TOP-Angeboten bei „fliegenden Ärzten“ in Deutschland oder auch an einem Standort in der Türkei locken, desto häufiger bitten ehemalige Patienten dringend um Hilfestellung, um die Auswirkungen einer misslungenen Haartransplantation durch einen erfahrenen Spezialisten möglichst wieder beheben lassen zu können.

    Die Marketingstrategie solcher Anbieter geht auf – nur leider immer häufiger nicht zum Wohle der Patienten. Wer sich bei der Recherche zur eigenen Haartransplantation strikt an realistische Fakten hält, der findet i.d.R. schnell heraus, dass bei Low-Budget-Anbietern und „fliegenden Ärzten“ nicht nur erhebliche Risiken bezüglich des eigentlichen Behandlungserfolgs bestehen, sondern dass auch die Gesamtkosten in keinster Weise mehr dem entsprechen, was so lukrativ und günstig offeriert wurde. Die Folgen einer misslungenen Haartransplantation „zu reparieren“, bedarf eines sehr erfahrenen Spezialisten – sofern dies überhaupt noch möglich ist. Dies kostet viel Mühe, viel Zeit und muss natürlich (da nicht der ursprüngliche Behandler) auch angemessen entlohnt werden. Die Erfahrung vieler Patienten im Nachhinein: Unter dem Strich hätte man sich viel unglückliche Umstände und Sorgen ersparen können durch die rechtzeitige Wahl eines geeigneten, renommierten Anbieters. Auch in finanzieller Hinsicht ging die Rechnung letztlich in sehr vielen Fällen zum eigenen Nachteil auf.

    Über die Gründe der Haartransplantations-Anbieter in Deutschland den Namen des behandelnden Arztes nicht zu nennen

    Was aber veranlasst solche Anbieter, den Namen des behandelnden Arztes nicht zu nennen? Worin begründet sich ein solches Verhalten? Mit dieser Frage treten vermehrt Interessenten an mich heran. Um dies schlüssig darstellen und nachvollziehbar erläutern zu können, betrachten wir eine Klinik für Haartransplantationen/einen Anbieter einmal als reines Wirtschaftsunternehmen. Fest angestellte Ärzte verursachen jeden Monat Kosten – auch dann, wenn die Auftragslage keine Vollbeschäftigung der Ärzte ermöglicht. Ärzte mitsamt dem kompletten Behandlungsteam je nach Bedarfslage einfliegen zu lassen, erweist sich als wesentlich kostengünstiger. Einer der Ärzte hatte mehrmals nicht zufriedenstellende Resultate? Ärzte und auch alle anderen Teammitglieder sind im Handumdrehen austauschbar, niemand erfährt davon, denn die Namen der Ärzte und Assistenten werden i.d.R. nicht öffentlich genannt. Auf diese Weise können Kliniken/Anbieter unbemerkt unzählige Ärzte „verschleißen“, denn das Renommee eines Einzelnen ist für gewöhnlich nicht vorgesehen. Somit erklärt sich auch, dass Patienten ihren behandelnden Arzt oftmals gar nicht vor dem Behandlungstag persönlich kennenlernen können. Wer auf eine sorgfältig geplante Haartransplantation setzt, die der Patient vertrauensvoll zusammen mit dem Behandler bespricht, wobei ja auch insbesondere die Chancen und Aussichten für die Zukunft Berücksichtigung finden sollten, der hat das Nachsehen. Auch kommt es vor, dass aufgrund dieser Gegebenheiten die gesetzlich vorgeschriebene Patientenaufklärung von nichtärztlichem Personal durchgeführt wird, da sich der eigentliche Behandler noch nicht im Land befindet. Dies ist jedoch in Deutschland nicht zulässig, eine solche Patientenaufklärung gilt als unwirksam

    Vertrauen Sie sich mit Ihrer Haartransplantation nicht „irgendwem“ an, geschweige denn, wenn Sie nicht einmal den Namen des behandelnden Arztes kennen. Ihre Gesundheit und letztlich auch Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken.

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