Haartransplantation Risiken: Wie gefährlich ist eine Haar-OP?

ÜBER DEN AUTOR ANDREAS KRÄMER

Betroffener von Haarausfall, Fachberater seit 2004, Co-Autor vom Buch "Haartransplantation Ratgeber" der Alliance4Hair, Gründer von Propatient mit Rechtsanwalt Chr. Bomke, Mitgründer vom HTTC-Trainingscenter für Ärzte. Bekannt aus SWR, SAT 1, ZDF, Spiegel u.v.a.

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Haartransplantation Risiken
Haartransplantation Risiken: Dicke Grafts in der Haarlinie und dezimierter Haarkranz nach einer FUE OP

Haarverpflanzung Risiken und Nebenwirkungen

Immer mehr Menschen unterziehen sich für volleres Haar einer Haartransplantation, aber unterschätzen die Risiken. Mit dem ansteigenden Bedarf an Haar-OP’s steigt ebenso beträchtlich die Zahl der Anbieter von Ärzten mit unzureichendem Know-how und Erfahrung, was letztendlich auch höhere Risiken und Nebenwirkungen bedeutet. Wie hoch das Risiko bei einer Haarverpflanzung ist, wo genau das Gefahrenpotential liegt und wie sich der weltführende Verband ISHRS dazu äußert und sogar aufgrund einer weltweit stark ansteigender Anzahl von sogenannten „Black-Market“ Kliniken die Kampagne „Fight the fight“ ins Leben gerufen hat im Kampf gegen die ansteigende Anzahl von OP-Pfusch durch Anbieter mit unseriösen Methoden, lesen Sie hier!

Klobürsten-Look, Mottenfrass und Fussballfeld-Optik, schlechte Anwuchsrate, falsche Wuchsrichtung, Narben, Cobblestoning und Pitting

Haartransplantationen beschreiben einen Eingriff am menschlichen Körper und bringen auch Risiken und Nebenwirkungen mit sich – wie bei allen anderen operativen Eingriffen in jedweden medizinischen Bereichen ebenso immer auch ein Risiko besteht. Im Bereich einer Haartransplantation sind dies vor allem im Empfangsgebiet Klobürsten-Look, schlechte Anwuchsrate, falsche Wuchsrichtung, Narben und im Donorgebiet Mottenfrass und Fussballfeld-Optik, Narben.

Schauen Sie sich auch die Kurzübersicht der Risiken einer Transplantation in folgender Tabelle an (die Tabelle lässt sich je nach Bildschirmauflösung nach links und rechts scrollen):

Risiken je TechnikFUT Streifen-Technik FUE (Einzelentnahme)
Risiken im Entnahmegebiet/SpenderbereichBreitere Narbe welche es notwendig macht die Haare im Haarkranz lang zu tragen. Ebenso das Risiko von länger anhaltendem Spannungs- und TaubheitsgefühlDezimierter Haarkranz und „Overharvesting“, Mottenfrass und Fussballfeldoptik. In Folge bringt dies nicht nur optische und ästhetische Schädigungen mit, sondern ruiniert auch die Graft-Reserven in der Spenderzone, mit fehlenden Optionen für die Zukunft.
Risiken im EmpfangsgebietBei beiden Methoden

Schlechte Anwuchsrate, unnatürliche Haarlinie, dicke Grafts, falsche Wuchsrichtung, Klobürsteneffekt, Cobblestoning und Pitting
Bei beiden Methoden

Schlechte Anwuchsrate,
unnatürliche Haarlinie,
dicke Grafts, falsche
Wuchsrichtung,
Klobürsteneffekt,
Cobblestoning und
Pitting
Haartransplantation Risiken in der Übersicht je nach Technik

Erfahren Sie im Weiteren aber auch ausführlich, welchen Gefahren Sie sich insgesamt bei einer Haartransplantation aussetzen und wie sich diese bestmöglich einschränken lassen.

Mangelnde Ausbildung und Qualifikation – Das Fach „Eigenhaarverpflanzung“ wird bisher in keiner Universitätsausbildung gelehrt!

Allem voran entscheidet die Auswahl eines geeigneten Anbieters/Haarchirurgen über das Ausmaß an Risiken. Die Ausbildung, Qualifikationen, Erfahrungen und außerordentlichen Fähigkeiten eines Arztes sind entscheidend für das Gelingen einer Eigenhaar-Transplantation.

Ein grundsätzliches Problem allerdings, dass in vielen Ländern und auch in Deutschland, das Fach „Haarchirurgie“ bisher in keiner Universitätsausbildung gelehrt wird, weder in der Fortbildung zum plastischen Chirurg, noch in Fortbildungen zu anderen Themen! Ein Facharzttitel alleine garantiert also noch lange nicht ausreichendes Know How und Erfahrung in Sachen Eigenhaarverpflanzung und ebenso garantiert ein Facharzttitel noch lange nicht eine gute Anwuchsrate mit natürlichem Resultat (lesen Sie dazu auch den Artikel Eigenhaarverpflanzung in Deutschland ja oder nein?)!

Darüber hinaus tragen auch die gewählte Methode und die diesbezüglich verwendeten Instrumente und/oder medizinischen Geräte zu einer bestmöglich durchgeführten Haartransplantation bei. Intransparenz mit dem Namen und den Qualitätsmerkmalen des durchführenden Arztes hingegen erhöht die Risiken erheblich! Um diese so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich die Wahl eines renommierten, spezialisierten Haarchirurgen mit herausragenden Fähigkeiten, dessen gelungene Resultate belegt sind und/oder von ehemaligen Patienten im Internet dokumentiert wurden.

Behandlungsfehler

Das Thema Gefahren bei einer Haartransplantation und „Behandlungsfehler“ ist ein weites Feld und zuweilen heikles Thema, meist geht es bei Haartransplantationen um unschöne und hässliche Narben, unnatürlich wirkende Haarlinien mit Haaren in falscher Wuchsrichtung und Klobürstenlook (zu dicken Transplantaten in vorderster Front), schlechte und niedrige Anwuchsrate und bei FUE Operationen im Donorbereich häufig um dezimierte Donorgebiete mit Mottenfrass und Fenster-Optik. Schnell sprechen unzufriedene Patienten von Behandlungsfehlern bei misslungener Eigenhaartransplantation, allerdings lassen sich Behandlungsfehler von Laien lediglich mutmaßen. Im Zweifel können einzig ein medizinisches Gutachten und in letzter Konsequenz ein Gericht darüber befinden, ob tatsächlich ein Behandlungsfehler vorliegt. Dennoch steht das Risiko im Raum – und je unbekannter und unerfahrener ein Arzt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungsfehlers! Auch hierbei bestehen die geringste Risiken bei der Auswahl eines ausgewiesenen Spezialisten!

Haartransplantation Risiken und was kann bei der OP schief laufen? Ein Überblick: Narben, falsche Wuchsrichtung, Klobürstenlook, Mottenfrass und Fussballfeld-Optik, schlechte Anwuchsrate

Gefahrenzone Haarkranz (Spenderbereich)

FUE Technik   

Risiken einer Haartransplantation im Haarkranz: Fenster- und Fussballfeldoptik und Mottenfrass
Haartransplantation Risiken im Haarkranz bei FUE Beispiel 1. Fenster- und Fussballfeldoptik und Mottenfrass

Herausragende Kenntnisse des Operateurs sind unabdingbar, um eine schonende und optimal verteilte Entnahme der FUs (Follicular Units, Grafts, Haarfollikel) zu gewährleisten. Gelingt dies nicht, können optisch sehr unschöne Erscheinungen zurückbleiben, die als (umgangssprachlich) „Mottenfraß“ bezeichnet werden.

Mottenfrass nach einer Verpflanzung mit der FUE Technik (Einzelentnahme): Fussballfeld und Fenster-Optik

Risiko einer Haartransplantation im Haarkranz Beispiel 2
Beispiel 2: Fenster- und Fussballfeldoptik und Mottenfrass nach einer Eigenhaarverpflanzung mit FUE

Werden die benötigten Transplantate maschinell entnommen (Mikromotorentnahme) bestehen bei Ausführung durch einen unerfahrenen Arzt oder Nutzung eines technisch unausgereiften Geräts die Risiken deutlich sichtbarer abgeernteter Areale, die an ein „Fußballfeld“ oder „Fenster-Optik“ erinnern. Ebenso sind Patienten der Wahrscheinlichkeit der Graft-Beschädigung ausgesetzt. Werden verhältnismäßig zu viele Graft entnommen, spricht man von „overharvesting“, was nicht nur o.g. optische und ästhetische Schädigungen hinterlässt, sondern darüber hinaus auch die Graft-Reserven in der Spenderzone ruiniert.

FUT (Entnahme durch operative Hautstreifenentnahme) 

Haartransplantation Risiken bei der FUT Technik im Haarkranz: Breitere sichtliche Narben
Eine Haartransplantation mit FUT/Streifenentnahme und die Gefahr von breiteren lineare Narben

Die operative Extraktion eines Hautstreifens am Hinterkopf dient der Gewinnung der benötigten FU´s, die im Empfangsbereich implantiert werden sollen. Auch bei Einsatz dieser Methode sind exzellente Erfahrungen von Nöten, um die Grafts/Haarfollikel unbeschädigt aus dem entnommenen Hautlappen zu generieren. Zudem hat jedoch auch der Patient selber Unannehmlichkeiten zu befürchten, die sich aus der eigentlichen operativen Entfernung des Hautlappens ergeben. Die Operation kann unschöne Narben hinterlassen, es können längerfristig unangenehme oder auch schmerzhafte Spannungsgefühle zurückbleiben und im Extremfall können Wundheilungsschwächen das Abheilen behindern.

Gefahrenzone Empfangsbereich: Unnatürliche Haarlinie, dicke Grafts und Klobürsteneffekt

Risiken im Empfangsbereich: Dicke Grafts in der Haarlinie bilden bei einer Transplantation einen unnatürlichen Klobürsten-Look
Gefahrenzone Empfangsbereich: Unnatürliche Haarlinie, dicke Grafts und falsche Wuchsrichtung

Die Haarlinie beschreibt die wichtigste Zone im Zuge einer Eigenhaarverpflanzung! Der erste Blick eines Gegenübers richtet sich an das Gesicht und die Haarlinie.

Eine unnatürlich angelegte Haarlinie fällt somit sofort ins Auge und deshalb sollte man insbesondere das Gefahrenpotential im Empfangsbereich sehr ernst nehmen! Einige weltweit anerkannte und renommierte Haarchirurgen haben sich auf die Haarliniengestaltung spezialisiert, die Konsultation eines ausgewiesenen Experten lohnt in jedem Falle! Andernfalls besteht das Risiko von unnatürlich gestalteten Haarlinien (zu weit ins Gesicht gezogen, zu weit Richtung Oberkopf ausgerichtet oder in der Linienführung unästhetisch angelegt) und auch das Risiko, dass zu „dicke“ Grafts in die Haarlinie implantiert werden oder die Gruppierungen nicht korrekt ausgewählt werden. Im Ergebnis erzeugt dies unnatürliche „Büschel“ von Haaren, einen sogenannten Klobürsteneffekt, wo von Natur aus lediglich einzelne Haare (1er-FU´s) wachsen und somit ist die Ästhetik der Haarlinie ruiniert.

Die Hautöffnungen (slits) im Empfangsbereich (Implantationsareal) sollten unbedingt von einem versierten Haarchirurgen gesetzt werden! Auch das Implantieren der Transplantate (Haarfollikel) wird bei einigen Kliniken an spezielle dafür ausgebildete nichtärztliche Mitarbeiter delegiert. Auch hierbei sind außerordentliche Fähigkeiten gefragt, um fehlerhaftes Einsetzen zu vermeiden, was u.a. eine falsche Wuchsrichtung der Haare nach sich ziehen kann. Aber auch die Anordnung und die Beschaffenheiten der verwendeten Grafts (1er, 2er etc.) spielen eine entscheidende Rolle zum Erreichen eines optisch-ästhetisch gelungenen Resultats.

Risiko niedrige und schlechte Anwuchsrate

Risiko schlechte und geringe Anwuchsrate
Schlechte und geringe Anwuchsrate – Beispiel 1
Haarverpflanzung Risiko einer schlechten und geringen  Anwuchsrate Beispiel 2
Schlechte und geringe Anwuchsrate – Beispiel 2

Eine weitere Gefahr stellt eine schlechte Anwuchsrate dar. Die sehr empfindlichen Haarfollikel benötigten eines sehr sorgfältigen Umgangs und können diese während der Behandlung in vielen OP Schritten beschädigt werden, mit der Folge einer niedrigen Anwuchsrate.

Schlechte Anwuchsrate durch zu robuste und traumatische Einsetzung der Grafts, oder durch Austrocknung der Grafts während des Einsetzens

Oftmals liegen die Fehler schlichtweg begründet in mangelndem Wissen und an mangelnder Erfahrung seitens des Haarchirurgen, oder aber durch delegieren von wichtigen OP Schritten an unerfahrenes Personal/unerfahrene Assistenten.

Für Dr. Amit Kerure von der Skin Clinic in Mumbai kann eine schlechte Anwuchsrate der Grafts die Folge einer fehlerhaften und traumatischen – zu robusten Einsetzung der Grafts, oder durch Austrocknung der Grafts während des Einsetzen sein. Er weißt weiter darauf hin, dass eine geringe Anwuchsrate auch die Folge sein könnte, wenn qualitativ schlechte Spenderhaare vorgelegen haben, wie z. B. bereits miniaturisiertes Haar (Vellushaare) und der Arzt dies vor dem Eingriff sehr genau begutachten und bei schlechten Voraussetzungen den Patienten schlichtweg nicht operieren sollte.1

Möglicherweise negative Beeinflussung der Anwuchsrate durch Rauchen und Diabetes

Weiter geht er darauf ein, dass schlechte Anwuchsraten ebenso durch Faktoren wie starkes Rauchen, Diabetes und übermäßige Sonneneinwirkung auf die Kopfhaut oder manchmal durch unspezifische individuelle anatomische Faktoren bedingt sein könnte.1

Unerwünschte Begleiterscheinung Cobblestoning und Pitting

Unter Cobblestoning bezeichnet man eine Hügelbildung der Hautoberfläche um die Grafts herum. Die Haut ist nicht mehr glatt, sondern man sieht um die eingesetzten Haare/Transplantate herum optische Erhebungen, der korrekten Übersetzung nach „Kopfsteinpflasterbildung“. Unter Pitting versteht man genau das Gegenteil, eine Vertiefung um die Grafts herum, ähnlich einer Grube. Beides erzeugt ein Aussehen was den Patienten oft psychologisch sehr zu schaffen macht und Cobblestoning/Pitting sind fast immer auf chirurgische Fehler zurückzuführen, oder wenn das Einsetzen der Grafts durch unerfahrenes Personal erfolgt.

Gründe für Pitting und Korrektur

Laut Dr. Samuel M. Lam, MD vom Lam Institute for Hair Restoration in Plano, Texas, USA ist Pitting die Folge davon wenn die Transplantate zu tief eingesetzt wurden. Die Transplantate sollten so eingesetzt werden das diese etwas höher wie die Haut liegen, damit die Grafts bei Abklingen des Ödems auf gleicher höher liegen. Liegen die Transplantate tiefer wie die umgebende Haut ist die Wahrscheinlichkeit gross das es zu Pitting kommt, einer Grubenbildung um das Transplantate herum. Eine spätere Korrektur gestaltet sich als sehr schwierig. In sehr augenscheinlich empfindlichen Bereichen wie Geheimratsecken und Haarlinie kann man die „Gruben“ durch Stanzexzisionen entfernen und andernfalls können zusätzliche Grafts um die Grafts platziert werden um die Gruben etwas zu kaschieren.2

Gründe für Cobblestoning und Korrektur

Die Ursache von Cobblestoning bei Haartransplantation liegt laut Dr. Lam genau in der gegenteiligen Problematik, wenn Grafts zu hoch zur umgebenden Kopfhaut eingesetzt werden.2 Ebenso, wenn die Empfangsöffnungen für die Transplantate zu klein sind. Unabhängig davon das dann beim Einsetzen die Grafts geschädigt werden können, kann das zu grosse Transplantat mit zu viel Gewebe ebenso zu Cobblestoning und einer Hügelbildung führen. Auch die Korrektur von Cobblestoning gestaltet sich schwierig, wie Dr. Lam erwähnt. Der höhere Anteil der Haut kann bündig zur Kopfhaut getrennt werden, oder es können ebenso zum Kaschieren weitere Grafts um die vorhandenen schlechten Grafts mit Hügelbildung verpflanzt werden.2 Ob es um eine Korrektur von Cobblestoning oder Pitting geht, ist in jedem Fall anzuraten sich erst mal nur an ein paar Grafts zu testen.

Risiken einer Haarverpflanzung: Wie erfahren ist das Personal? Werden die Grafts während dem Eingriff regelmässig feucht gehalten? Vielerlei Gründe für ein insgesamt schlechtes Resultat

Auch sollte klar sein, dass wenn wie gerade in vielen FUE Billig-Haarfabriken der Fall, regelmäßig 4.000 oder gar 5000 Grafts und mehr an nur einem einzigen Tag entnommen und verpflanzt werden, wahrscheinlich viele wichtige Details keine ausreichende Berücksichtigung finden. Wichtige Arbeitsvorgänge werden womöglich ausgelassen oder zu schnell durchgeführt und die Haartransplantation Risiken steigen insgesamt deutlich an.

Neben der sorgfältigen Entnahme der Grafts/Transplantate (größte Sorgfalt, die Transections-Rate/Beschädigungsquote so minimal wie möglich halten und den bestmöglichen Haarcount pro Graft erzielen) spielen zusätzlich noch sehr viele andere Kriterien eine wichtige Rolle. Beispielsweise, wie lange die Grafts außerhalb des Körpers lagern, ob Etappenverpflanzung stattfindet (intermittierende FUE) und wie die Grafts nach der Entnahme behandelt werden.

Werden die entnommenen Transplantate beispielsweise regelmäßig feucht gehalten? Wird das Einsetzen von einer erfahrenen Person durchgeführt? Die sehr feinen FUE-Grafts können beispielsweise schnell geschädigt werden, wenn die Grafts seitens der durchführenden Person zu tief eingesetzt werden oder womöglich irgendwo anecken und dadurch Schaden nehmen. In der Summe kommen viele Kriterien zusammen, welche unbedingt Beachtung finden sollten, damit die Op erfolgreich verlaufen kann und eine gute Anwuchsrate erzielt wird.

Gefahrenpotential fliegende Ärzte

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wird bei Anbietern, aber auch bei Vermittlungsagenturen für Haartransplantationen, vielfach ein Team beworben, welches die Haartransplantation durchführt. Es wird vermutlich mehrere Gründe geben, den Namen des ausführenden Arztes im Vorfeld nicht bekannt geben zu wollen. Einer dieser Gründe scheint jedoch zu sein, dass man Ärzte oder ganze Teams besser austauschen kann oder aus dem Ausland einfliegen lassen kann in jeweils anderer personeller Zusammensetzung, wenn Interessenten den Arzt nicht kennen und sich somit auch nicht auf einen bestimmten Arzt fokussieren. Auch an dieser Stelle sei angemerkt, dass ein vorausschauendes Handeln die Haartransplantation Risiken deutlich einschränkt! Nicht nur im Hinblick auf die eigene Behandlung (mangelnde Qualifikation und Behandlungsfehler), sondern ebenso in Bezug auf rechtliche Schritte, die im gegebenen Falle angestrengt werden. Transparenz sollte unabdingbar sein und gewährleistet zu jeder Zeit den direkten Kontakt zum behandelnden Arzt – vor der Behandlung, währenddessen und auch nach dem Eingriff!

Steigende Risiken und Kampf gegen Pfusch: Die ISHRS Aufklärungskampagne „Fight The FIGHT“ gegen Fliessbandarbeit und sogenannte Black-Market Massenabfertigungs-Kliniken (Schwarzmarkt Kliniken)

„Viele der illegalen Kliniken haben schicke Webseiten mit Referenzen und Erfahrungsberichten, die sehr professionell wirken. Die Realität ist jedoch, dass die Eigenhaar-OP möglicherweise von jemandem durchgeführt wird, der keine medizinische Ausbildung hat.“

ISHRS.org „Fight The FIGHT“ Kampagne3

ISHRS Kampagne gegen höhere Haartransplantation Risiken durch Billig-Kliniken mit Massenabfertigung und Fliessbandarbeit

Kampagne gegen Black-Market Kliniken

Die ISHRS ist ein internationaler Haarchirurgie-Verband mit über 1000 Mitglieder aus 70 verschiedenen Länder. Auch die ISHRS hat den Wandel der Zeit in der Branche erkannt und ist besorgt über die Entwicklung und wachsenden Gefahren für Patienten durch nicht lizenzierte Techniker, welche mittlerweile einen großen Anteil an weltweit durchgeführten Haartransplantationen darstellen und hat deshalb die Aufklärungskampagne „Fight the fight“ gegen Black-Market Kliniken und steigende Anzahl von Pfusch bei Eigenhaar-Transplantationen ins Leben gerufen.

Schockierendes Bild der ISHRS: Massenabfertigung und mehrere gleichzeitige Operationen in einem Raum durch nicht lizensierte Techniker wodurch die Risiken für eine Haartransplantation massiv ansteigen
Erhöhte Gefahren durch eine OP durchgeführt von nicht lizensierten Techniker mit reiner Fließbandarbeit in einer Billig-Haarfarbrik: Bild ISHRS.org4

Laut ISHRS werden Patienten durch billige Preise, unseriöser Werbung und irreführender Informationen zusammen mit attraktiven All-Inklusive Preisen (Medizintourismus Pakete) dazu völlig leichtfertig und sogar mit einem guten Gefühl verleitet sich bei Kliniken operieren zu lassen in welchen ggf. die komplette Haartransplantation durch nichtmedizinische Personen mit sehr geringer Ausbildung durchgeführt werden. Dies erhöht die Haartransplantation Risiken im Gesamten gravierend und stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar und führt oft zu tragischen Folgen wie dauerhafter Narbenbildung, Infektionen, die zu entstellenden Ergebnissen mit sehr wenig bis gar keiner Möglichkeit der Korrektur führen.5

Die ISHRS ist der Meinung, dass die folgenden Schritte bei einer Haartransplantation nur von einem lizenzierten Arzt durchgeführt werden sollte:

  • Präoperative diagnostische Auswertung und Beratung
  • Planung der Operation
  • Durchführung der Operation einschließlich: Entnahme der Spenderhaare, Gestaltung des Haaransatzes/Haarlinien-Design, das Bilden der Empfangsöffnungen, Management anderer medizinischer Probleme des Patienten und möglicher unerwünschter Reaktionen, Post-operative Betreuung.5

(Anmerkung: Wir stimmen in allen Punkten mit der Kampagne überein, mit Einschränkungen im Punkt „Entnahme der Transplantate“. In vielen Billig-Kliniken wird 1. oft die komplette OP (einschließlich Entnahme, Bilden der Empfangsöffnungen und Einsetzung der Grafts) ausschließlich durch nicht lizenzierte und nicht ausreichend geschulte Techniker/Assistenten durchgeführt und 2. OBENDRAUF oft ohne jegliche Anwesenheit und Kontrolle durch einen Arzt! Es gibt weltweit wissentlich einige sehr angesehene Haarchirurgen bei welchen zumindest die Transplantate/Grafts ebenso durch Assistenten entnommen werden, damit jedoch faktisch und nachweislich regelmäßig konstant gute Resultate erzielt werden. Der große Unterschied zu den „Black-Market Kliniken“ besteht in der Wichtigkeit, dass diese Assistenten sehr gut ausgebildet und in der Regel auch sehr erfahren sind und in Supervision arbeiten, somit der Arzt den Vorgang der Entnahme regelmäßig überwacht. Es wäre wünschenswert, wenn die ISHRS diesen Punkt mit einfließen lässt).

Laut ISHRS besteht der Black-Market aus einer Reihe von unseriösen Kliniken (viele davon ansässig in der Türkei), die mit „Nicht-Ärzten“ besetzt sind (manchmal auch lediglich mit einem Arzt, um Patienten in die Irre zu führen) und illegale Praktiken ermöglichen. Patienten auf der ganzen Welt leiden unter den rechtswidrigen Handlungen dieser Kliniken, einschließlich Verletzungen und Narbenbildung, übermäßig beanspruchter Spenderbereiche (Mottenfraß Optik) oder irreparablen ästhetischen Ergebnissen wie künstlich aussehende Haarlinie, falsche Wuchsrichtung, Cobblestoning und Pitting.5

Die ISHRS hat die erhöhten Haartransplantation Risiken durch solche Billig-Klinik mit einigen online gestellten und aussagekräftigen Bildern von misslungenen Op`s verdeutlicht.6

ISHRS Bilder einer FUE mit übermässiger Donor Entnahme

Die negativen Folgen einer FUE Haartransplantation, wenn zu viele follikuläre Einheiten im Haarkranz/Donor entnommen werden, fehlendes Wissen über die Blutversorgung der Haut vorliegt und des überaggressiven Versuchs, möglichst viele Grafts in sehr kurzer Zeit zu entnehmen:

Alptraum für jeden Patient und die Risiken von übermässiger Entnahme bei einer FUE Haartransplantation
Übermässige Entnahme bei der FUE Technik: Bilder ISHRS.org6

Die Folge der Extraktion zu vieler follikulärer Einheiten im Haarkranz/Donor und fehlendem Wissen über die Blutversorgung der Haut und des überaggressiven Versuchs, möglichst viele Grafts in sehr kurzer Zeit zu entnehmen.

ISHRS Bilder bezüglich der Risiken von dauerhafter Vernarbungen und Ausdünnung im Haarkranz/Donor

Übermäßige Entnahme und übermäßiges Trauma sorgt für sichtbare Ausdünnung und Vernarbungen.

Realistisches Risiko bei einer Billig FUE Haartransplantation in einer Massen-Haarfabrik: Dauerhafte Ausdünnung und Vernarbungen im Haarkranz
Haartransplantation in einer Billig-Haarfabrik und sichtbare dauerhaften Narben nach einer fehlerhaften FUE-OP: Bilder ISHRS.org6

ISHRS Bilder: Irreversibles Overharvesting

Bestehende Risiken bei einer FUE Haartransplantation für Frauen: Sicher der Alptraum jeder Fau wenn es nach einer schlecht durchgeführten OP zu Irreversiblem Overharvesting kommt
Dauerhafte Haarkranzausdünnung und irreversible übermässige FUE Haarentnahme bei einer Frau: Bilder ISHRS.org6

Durch mangelnde Erfahrung und fehlende Fähigkeit kann es bei der FUE-Technik auch bei Frauen zu einem massiven Haarausfall im Spenderbereich und zu einer Ausdünnung führen, die nicht reversibel ist.

Haartransplantation Risiken: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das während dem Eingriff etwas schief läuft? Keine operativer Eingriff kann zu 100 % garantiert werden!

Risiken bestehen bei einer Haartransplantation ebenso, wie bei jeglichen anderen operativen Eingriffen und lassen sich auch nicht zu 100% ausschließen. Aber sie lassen sich bestmöglich eingrenzen, wenn wichtige Parameter bei der Suche nach einem geeigneten Haarchirurgen beachtet werden. Die Kosten der Behandlung oder die Entfernung zum Standort eines Arztes/Klinik sollten daher niemals in die Entscheidung einfließen. Ausschließlich die Wahl eines exzellenten Spezialisten für Haarchirurgie kann die Chancen auf ein gutes Resultate ohne Komplikationen bestmöglich optimieren. Und sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass eine Haar-OP nicht das gewünschte Resultat hervorbringt, so darf man bei ausgewiesenen Experten für Haartransplantationen von einer großzügigen Kulanzhaltung ausgehen und auch für den Fall einer Nachbehandlung ist man in besten Händen.

Unumkehrbarer Eingriff, Entschluss mit lebenslangen Folgen und Verlust weiterer Optionen

Bereits beim ersten Gedankengang in Richtung Verpflanzung muss die besondere Tragweite derartiger Eingriffe am menschlichen Körper Einfluss nehmen auf alle weiterführenden Überlegungen und Entschlüsse. Als am besten geeignetes Spender-Material dient das eigene Resthaar im Haarkranz des Hinterkopfes. Die Anzahl der Spendertransplantate ist somit auf eben diese Anzahl der dort verfügbaren Haare begrenzt. Unprofessionell arbeitende Ärzte, die diesen Spenderbereich regelrecht ausbeuten und dezimieren oder eine maschinell gestützte Entnahme durchführen oder grundsätzlich nur eine niedrige Anwuchsrate erzielen, was auf mangelnden Fach- und Sachkenntnissen oder ungeeigneten Geräten basiert, können den „Vorrat“ an Spendertransplantaten ruinieren. In weiterer Folge stehen schlimmstenfalls keine Transplantate mehr zur Verfügung, um später eine weitere OP durchführen zu lassen, was sehr oft notwendig ist bzw. gewünscht wird.

Die Basis jeder Haartransplantation sind ausreichend Spenderhaare: Für immer verlorene Spenderhaare wiegen schwer, Verlust von Spendermaterial im Haarkranz ist unumkehrbar!

Das grösste Risiko bei einer Haartransplantation: Beschädigte Donorhaare sind für immer verloren
Risiko der Unumkehrbarkeit: Beschädigte Donorhaare sind für immer verloren

Das machen sich viele Interessenten nicht ausreichend klar, wenn es darum geht, einen Haarchirurgen für die eigene Eigenhaarverpflanzung auszuwählen. Es ist wirklich extrem erschreckend, wenn man z.B. in Istanbul im Flughafengebäude auf seinen Flug wartet (Istanbul gilt quasi als Hochburg für Haartransplantationen im Billig-Segment) und zig gerade erst behandelte „Patienten“, die ebenso ihre Heimreise antreten möchten, den Blick auf eine völlig ruinierte Spenderzone (Haarkranz) preisgeben. Man erlebt zufriedene, oft glückliche Gesichter von Menschen, die offenbar noch gar nicht wissen, was da gerade mit ihnen geschehen ist. Die Ernüchterung folgt dann später, wenn das erwünschte Resultat nicht erreicht wird und regelrechte Verzweiflung wird sich vermutlich anschließen, wenn sich herausstellt, dass keine weitere OP mehr stattfinden kann, da kein ausreichendes Spendermaterial mehr zur Verfügung steht. In eine solche Situation und Lage geraten zu können, machen sich viele Interessenten im Vorfeld nicht bewusst. Die dauerhafte und irreversible Schädigung der Spenderzone (Haarkranz) ist eines der größten Haartransplantation Risiken!

Daher soll dieser Absatz noch einmal eindringlich aufzeigen, wie endgültig und unumkehrbar die Ausbeutung/der Ruin der Spenderzone durch einen qualitativ mangelhaften Eingriff ist – und wie schwerwiegend die Folgen sind, die im Zweifel eine lebenslange Beeinträchtigung nach sich ziehen.

Für Interessierte einer OP mit schneller Gesellschaftsfähigkeit geht es hier zum Thema FUE-Methode (Einzelentnahme) ohne jegliche Rasur.


Den Experten zur Beratung kontaktieren

„Haben Sie Interesse an einer Haartransplantation und möchten mehr erfahren über Ihre individuellen Möglichkeiten und welche Gefahren mit einem Eingriff einhergehen? Ich berate Sie gerne!

Andreas Krämer
Beratung über die Risiken einer Haartransplantation von Andreas Krämer von Hairforlife
Andreas Krämer, Inhaber von Hairforlife

Quellen/Referenzen/Autor

1 Dr. Amit Kerure, Mumbai, Mumbai, Indien https://www.jcasonline.com/article.asp?issn=0974-2077;year=2018;volume=11;issue=4;spage=182;epage=189;aulast=Kerure
2 Dr. Samuel M. Lam, MD, Plano, Texas, USA https://www.facialplastic.theclinics.com/article/S1064-7406(13)00099-0/pdf
3 https://fightthefight.ishrs.org/
4 https://ishrs.org/2019/03/04/illegal-hair-transplant/#more-6729
5 https://fightthefight.ishrs.org/about/
6 https://fightthefight.ishrs.org/beware-risks/

Autor:
Andreas Krämer und Hairforlife Experten-Redaktion