Haartransplantation Risiken

Risiken einer Haartransplantation: Klobürsten-Look, Mottenfrass und Fussballfeld-Optik

Haartransplantationen beschreiben einen Eingriff am menschlichen Körper und bringen auch Risiken mit sich – wie bei allen anderen operativen Eingriffen in jedweden medizinischen Bereichen. Erfahren Sie im Weiteren, welchen Gefahren Sie sich aussetzen und wie sich die Risiken bestmöglich einschränken lassen.

Haartransplantation  – Risiko mangelnde Ausbildung und Qualifikation

Allem voran entscheidet die Auswahl eines geeigneten Anbieters/Haarchirurgen über das Ausmaß an Risiken. Die Ausbildung, Qualifikationen, Erfahrungen und außerordentlichen Fähigkeiten eines Arztes sind entscheidend für das Gelingen einer Eigenhaartransplantation. Darüber hinaus tragen auch die gewählte Methode und die diesbezüglich verwendeten Instrumente und/oder medizinischen Geräte zu einer bestmöglich durchgeführten Haartransplantation bei. Intransparenz mit dem Namen und den Qualitätsmerkmalen des durchführenden Arztes hingegen erhöht die Gefahren erheblich! Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich die Wahl eines renommierten, spezialisierten Haarchirurgen mit herausragenden Fähigkeiten, dessen gelungene Resultate belegt sind und/oder von ehemaligen Patienten im Internet dokumentiert wurden.

Haartransplantation Risiken – Behandlungsfehler

Das Thema „Behandlungsfehler bei einer Haartransplantation“ ist ein weites Feld und zuweilen heikles Thema. Schnell sprechen unzufriedene Patienten von Behandlungsfehlern bei misslungener Haar-OP, allerdings lassen sich Behandlungsfehler von Laien lediglich mutmaßen. Im Zweifel können einzig ein medizinisches Gutachten und in letzter Konsequenz ein Gericht darüber befinden, ob tatsächlich ein Behandlungsfehler vorliegt. Dennoch steht das Risiko im Raum – und je unbekannter und unerfahrener ein Arzt ist, desto größer ist das Risiko eines Behandlungsfehlers! Auch hierbei besteht das geringste Risiko bei der Auswahl eines
ausgewiesenen Spezialisten für Haartransplantationen!

Weitere Risiken bei Haartransplantation in der Übersicht: Narben, falsche Wuchsrichtung, Klobürstenlook, Mottenfrass und Fussballfeld-Optik

  • Risikozone Donor/Haarkranz (Spenderbereich)

Methode FUE (Einzelhaarentnahme):

Herausragende Kenntnisse des Operateurs sind unabdingbar, um eine schonende und optimal verteilte Entnahme der FUs (Follicular Units, Grafts, Haarfollikel) zu gewährleisten. Gelingt dies nicht, können optisch sehr unschöne Erscheinungen zurückbleiben, die als (umgangssprachlich) „Mottenfraß“ bezeichnet werden.

Mottenfrass nach FUE Haartransplantation: Fussballfeld und Fenster-Optik

Bild oben: „Fussballfeld“ und „Fenster-Optik“ nach misslungener FUE Haartransplantation

Werden die benötigten Transplantate maschinell entnommen (Mikromotorentnahme) besteht bei Ausführung durch einen unerfahrenen Arzt oder Nutzung eines technisch unausgereiften Geräts die Gefahr deutlich sichtbarer abgeernteter Areale, die an ein „Fußballfeld“ oder „Fenster-Optik“ erinnern. Ebenso sind Patienten dem Risiko der Graft-Beschädigung ausgesetzt. Werden verhältnismäßig zu viele Graft entnommen, spricht man von „overharvesting“, was nicht nur o.g. optische und ästhetische Schädigungen hinterlässt, sondern darüber hinaus auch die Graft-Reserven in der Spenderzone ruiniert.

Methode FUT (Entnahme durch operative Hautstreifenentnahme):

Die operative Extraktion eines Hautstreifens am Hinterkopf dient der Gewinnung der benötigten FU´s, die im Empfangsbereich implantiert werden sollen. Dies birgt jedoch ebenfalls einige Gefahren. Auch bei Einsatz dieser Methode sind exzellente Erfahrungen von Nöten, um die Grafts/Haarfollikel unbeschädigt aus dem entnommenen Hautlappen zu generieren. Zudem hat jedoch auch der Patient selber Unannehmlichkeiten zu befürchten, die sich aus der eigentlichen operativen Entfernung des Hautlappens ergeben. Die Operation kann unschöne Narben hinterlassen, es können längerfristig unangenehme oder auch schmerzhafte Spannungsgefühle zurückbleiben und im Extremfall können Wundheilungsschwächen das Abheilen behindern.

  • Risikozone Empfangsbereich: Gefahr einer unnatürlichen Haarlinie und Klobürsteneffekt

Die Haarlinie beschreibt die wichtigste Zone im Zuge der Verpflanzung von Eigenhaar! Der erste Blick eines Gegenübers richtet sich an das Gesicht und die Haarlinie (lesen Sie auch natürliche Haarlinie durch Haartransplantation).

Eine unnatürlich angelegte Haarlinie fällt somit sofort ins Auge! Einige weltweit anerkannte und renommierte Haarchirurgen haben sich auf die Haarliniengestaltung spezialisiert, die Konsultation eines ausgewiesenen Experten lohnt in jedem Falle! Andernfalls besteht das Risiko von unnatürlich gestalteten Haarlinien (zu weit ins Gesicht gezogen, zu weit Richtung Oberkopf ausgerichtet oder in der Linienführung unästhetisch angelegt) und auch die Gefahr, dass zu „dicke“ Grafts in die Haarlinie implantiert werden oder die Gruppierungen nicht korrekt ausgewählt werden. Im Ergebnis erzeugt dies unnatürliche „Büschel“ von Haaren, einen sogenannten Klobürsteneffekt, wo von Natur aus lediglich einzelne Haare (1er-FU´s) wachsen und somit ist die Ästhetik der Haarlinie ruiniert.

Die Hautöffnungen (slits) im Empfangsbereich (Implantationsareal) sollten unbedingt von einem versierten Haarchirurgen gesetzt werden! Auch das Implantieren der Transplantate (Haarfollikel) wird bei einigen Kliniken an spezielle dafür ausgebildete nichtärztliche Mitarbeiter delegiert. Auch hierbei sind außerordentliche Fähigkeiten gefragt, um fehlerhaftes Einsetzen zu vermeiden, was u.a. eine falsche Wuchsrichtung der Haare nach sich ziehen kann. Aber auch die Anordnung und die Beschaffenheiten der verwendeten Grafts (1er, 2er etc.) spielen eine entscheidende Rolle zum Erreichen eines optisch-ästhetisch gelungenen Resultats.

Haartransplantation Risikofaktor „fliegende Ärzte“

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, wird bei Anbietern (Haartransplantation Deutschland), aber auch bei Vermittlungsagenturen für Haartransplantationen, vielfach ein Team beworben, welches die Eigenhaartransplantation durchführt. Es wird vermutlich mehrere Gründe geben, den Namen des ausführenden Arztes im Vorfeld nicht bekannt geben zu wollen. Einer dieser Gründe scheint jedoch zu sein, dass man Ärzte oder ganze Teams besser austauschen kann oder aus dem Ausland einfliegen lassen kann in jeweils anderer personeller Zusammensetzung, wenn Interessenten den Arzt nicht kennen und sich somit auch nicht auf einen bestimmten Arzt fokussieren. Auch an dieser Stelle sei angemerkt, dass ein vorausschauendes Handeln die Risiken deutlich einschränkt! Nicht nur im Hinblick auf die eigene Behandlung (Risiken mangelnde Qualifikation und Behandlungsfehler), sondern ebenso in Bezug auf rechtliche Schritte, die im gegebenen Falle angestrengt werden. Transparenz sollte unabdingbar sein und gewährleistet zu jeder Zeit den direkten Kontakt zum behandelnden Arzt – vor der Behandlung, währenddessen und auch nach dem Eingriff!

Risiken bestehen bei einer Haartransplantation ebenso, wie bei jeglichen anderen operativen Eingriffen und lassen sich auch nicht zu 100% ausschließen. Aber sie lassen sich bestmöglich eingrenzen, wenn wichtige Parameter bei der Suche nach einem geeigneten Haarchirurgen beachtet werden. Die Kosten der Behandlung oder die Entfernung zum Standort eines Arztes/Klinik sollten daher niemals in die Entscheidung einfließen. Ausschließlich die Wahl eines exzellenten Spezialisten für Haarchirurgie kann alle Risiken bestmöglich minimieren. Und sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass eine Haarverpflanzung nicht das gewünschte Resultat hervorbringt, so darf man bei ausgewiesenen Experten für Haartransplantationen von einer großzügigen Kulanzhaltung ausgehen und auch für den Fall einer Nachbehandlung ist man in besten Händen.

Eigenhaar transplantieren – die Risiken unumkehrbarer Eingriff, Entschluss mit lebenslangen Folgen und Verlust weiterer Optionen

Abschließend sollen die Risiken Erwähnung finden, die alle anderen bereits aufgeführten Risiken rund um die Transplantation von Eigenhaar überhaupt erst entstehen lassen können. Dabei geht es um eigene Vorstellungen, die nicht selten auf Hörensagen beruhen oder auch in Unkenntnis der tatsächlichen Fakten von anderen schönheitschirurgischen Eingriffen abgeleitet werden. Leider suggeriert der Zeitgeist in nahezu allen schönheitschirurgischen Bereichen eine Unbedenklichkeit hinsichtlich derartiger Eingriffe. Gefällt der eigene Körper nicht mehr, begibt man sich zum „Neu-Modellieren“ in eine Schönheitsklinik. Das machen Tausende andere Menschen auch so – das wird auf Social-Media-Portalen als absolut en vogue präsentiert – alles scheint so einfach und unbedenklich zu sein, wie beispielsweise ein Besuch im Nagelstudio. Die oftmals sehr heruntergespielten, jedoch teils horrenden Risiken derartiger medizinischer Eingriffe sollen hier nicht das Thema sein, aber in Bezug auf die Verpflanzung von Eigenhaar (im weitesten Sinne auch ein Bereich der Schönheitschirurgie) sollen die besonderen diesbezüglichen Risiken nicht unerwähnt bleiben!

Bereits beim ersten Gedankengang in Richtung Haarverpflanzung muss die besondere Tragweite derartiger Eingriffe am menschlichen Körper Einfluss nehmen auf alle weiterführenden Überlegungen und Entschlüsse. Als am besten geeignetes Spender-Material für eine Eigenhaarverpflanzung dient das eigene Resthaar im Haarkranz des Hinterkopfes. Die Anzahl der Spendertransplantate ist somit auf eben diese Anzahl der dort verfügbaren Haare begrenzt. Unprofessionell arbeitende Ärzte, die diesen Spenderbereich regelrecht ausbeuten oder eine maschinell gestützte Entnahme durchführen, die auf mangelnden Fach- und Sachkenntnissen oder ungeeigneten Geräten basiert, können den „Vorrat“ an Spendertransplantaten ruinieren. In weiterer Folge stehen schlimmstenfalls keine Transplantate mehr zur Verfügung, um später eine weitere Haartransplantation durchführen zu lassen, was sehr oft notwendig ist bzw. gewünscht wird.

Der Verlust von Spendermaterial im Haarkranz ist unumkehrbar!

Das machen sich viele Interessenten nicht ausreichend klar, wenn es darum geht, einen Haarchirurgen für die eigene Eigenhaarverpflanzung auszuwählen. Es ist wirklich extrem erschreckend, wenn man z.B. in Istanbul im Flughafengebäude auf seinen Flug wartet (Istanbul gilt quasi als Hochburg für Haartransplantationen im Billig-Segment) und zig gerade erst behandelte „Patienten“, die ebenso ihre Heimreise antreten möchten, den Blick auf eine völlig ruinierte Spenderzone (Haarkranz) preisgeben. Man erlebt zufriedene, oft glückliche Gesichter von Menschen, die offenbar noch gar nicht wissen, was da gerade mit ihnen geschehen ist. Die Ernüchterung folgt dann später, wenn das erwünschte Resultat nicht erreicht wird und regelrechte Verzweiflung wird sich vermutlich anschließen, wenn sich herausstellt, dass keine weitere Haarverpflanzung mehr stattfinden kann, da kein ausreichendes Spendermaterial mehr zur Verfügung steht. In eine solche Situation und Lage geraten zu können, machen sich viele Interessenten im Vorfeld nicht bewusst. Daher soll dieser Absatz noch einmal eindringlich aufzeigen, wie endgültig und unumkehrbar die Ausbeutung/der Ruin der Spenderzone durch einen qualitativ mangelhaften Eingriff ist – und wie schwerwiegend die Folgen sind, die im Zweifel eine lebenslange Beeinträchtigung nach sich ziehen.